Chemiefasern

Antistatische Chemiefasern

Zur Beseitigung unangenehmer, jedoch durchweg ungefährlicher elektrostatischer Aufladungen (Elektrostatische Aufladung) werden speziell im Teppichbodenbereich und bei technischen Textilien geringe Mengen Kohlenstoff- oder Metallfasern als Zumischung eingesetzt. Sie bewirken den permanenten Abbau elektrostatischer Spannungen, d.h., die elektrische Leitfähigkeit wird verbessert, z.B. Antron®, Excel® etc.

Die Ableitung der Spannung kann jedoch nur im gewünschten Ausmaß erfolgen, wenn eine leitfähige Teppichbodenbeschichtung gegeben ist.

Chemiefasern Einführung

Gattungsname für die auf chemischem Wege industriell hergestellten Spinnfasern und Filamentgarne aus natürlichen oder synthetischen Polymeren und anorganischen Stoffen. Ein Polymer (poly = viele, meros = Teilchen) ist ein auf natürliche Art entstandenes oder synthetisch hergestelltes Großmolekül, das aus einer Vielzahl von Einzelmolekülen, den sogen. Monomeren (mono = ein, meros = Teilchen) besteht.

Alle Fasern bestehen aus diesen Molekülketten, pflanzliche Fasern und zellulosische Chemiefasern aus Zellulose-Molekülen, tierische Fasern aus Eiweiß-Molekülen und synthetische Chemiefasern aus synthetischen Ausgangsstoffen, spez. auf Basis Erdöl. Ausgangsstoffe für die Gruppe der anorganischen Faserstoffe werden u.a. aus Glas, Schlacke oder Metall gewonnen.

Chemiefasern Fasertypen Elastanfasern (EL)

Hochelastische synthetische Chemiefasern, die zu mindestens 85% aus segmentiertem Polyurethan bestehen. Unter Einwirkung einer Zugkraft lassen sie sich auf das 6-8fache ihrer Ausgangslänge dehnen und gehen nach Aufhebung der Spannung wieder in die Ausgangsform zurück. Die hohe elastische Dehnung ist auf den besonderen Aufbau der Kettenmoleküle zurückzuführen, die aus weichen und harten Segmenten bestehen. Herstellung meist im Trockenspinnverfahren zu Multifilgarnen mit Garnfeinheiten zwischen 11-2.600 dtex, die in der Regel auch wegen der mäßigen Scheuerfestigkeit in Kombination mit anderen Fasern eingesetzt werden. Eigenschaften: gut anfärbbar, oxidations- und lichtbeständig, gut waschbar, schnell trocknend, geringe Feuchtigkeitsaufnahme.

Faserprüfungen:

Chemiefasern Fasertypen Polyacrylfasern (PAN)

Gruppe synthetischer Chemiefasern, deren Basis ein synthetisches Polymer mit mindestens 85% Acrylnitril ist, das durch Polymerisation gewonnen wird. Die Ausspinnung erfolgt im Naß- oder Trocken-Spinnverfahren zu Filamenten, Spinnfasern und Kabeln. Eigenschaften: Leicht, hohe Bauschkraft, weich und warm, extrem licht- und wetterbeständig, filzfrei, läuft nicht ein, geringe Neigung zu Pilling und Knitterbildung, mot-tenecht, leuchtende Farben, pflegeleicht, schnell trocknend, gute Beständigkeit gegenüber Säuren oder Lau-gen. Handelsnamen (Beispiele): Acrilan®, Courtelle®, Dolan®, Dralon®. Einsatz: Decken, Möbel- und Deko-stoffe, Teppiche, Markisen etc.

Faserprüfungen

Chemiefasern Fasertypen Polyamidfasern (PA)

Gruppe synthetischer Chemiefasern, die chemisch unterschiedlich aufgebaut und eingeordnet werden und in ihren Eigenschaften nicht identisch sind. TKG: Bez. für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette eine Wiederholung der funktionellen Amidgruppen aufweist. Die größte wirtschaftliche Bedeutung erlangten bisher:

Die Ausspinnung erfolgt nach dem Schmelzspinnverfahren zu Filamentgarnen, Spinnfasern, Kabeln, Flock und Folien. Eigenschaften: Pflegeleicht, sehr hohe Reiß-, Scheuer- und Biegefestigkeit, sehr strapazierfähig, universelle Anfärbbarkeit, sehr elastisch, formbeständig, knitterarm, schnell trocknend, empfindlich gegen trockene Hitze. Die Neigung zu elektrostatischer Aufladung wird durch modifizierte Typen vermindert.

Handelsnamen (Beispiele): PA 6: Perlon®, Dorix®, Enka-Nylon®, Enkalon®, Zefran®. PA 6.6: Antron®, Enka-Nylon® etc. (Nylon als Gattungsbegriff ist kein gesetzlich geschützter Markenname).

Einsatz im Filamantbereich: Als Multifil mit ca. 80% Marktanteil als BCF-Garn für den Teppichbodenbereich sowie für Gardinen etc., als Monofil für Nähseide, Drähte, Seile etc.

Einsatz im Faserbereich: Als Garne, meist in Mischung mit anderen Fasern, im Bereich der Möbel- und Dekorationsstoffe sowie für Teppichböden u.a.

Chemiefasern Fasertypen Polyesterfasern (PES)

Gruppe synthetischer Chemiefasern; durch Polykondensation aus Terephthalsäure und dem Ester eines Ethylenglykols (Terylene-Typ) oder Dimethylolcyclohexan (Vestan-Typ) im Schmelzspinnverfahren hergestellt. TKG: Bezeichnung für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette zu mindestens 85 Gewichtsprozent aus dem Ester eines Diols mit Terephtalsäure besteht. Heute die mit Abstand größte Synthesefaser-Gruppe. Ausspinnung zu Filamentgarnen, Spinnfasern, Kabeln, Füllfasern, Monofilen und Spinnvliesen.

Lieferformen: Filamente (glatt oder texturiert), Filamenteffektgarne oder -zwirne, Spinnfasern (hpts. in Mi-schung mit Baumwolle, Wolle, Viskose im Verhältnis 70/30, 65/35, 55/45 und 50/50).

Eigenschaften: Pflegeleicht, gute Formbeständigkeit, läuft nicht ein, strapazierfähig, hohe Knitterfestigkeit, hohe Lichtbestän-digkeit, elastisch, schnell trocknend, geringe Feuchtigkeitsaufnahme, mottenecht, verrottungsbeständig, beständig gegen organische und mineralische Säuren. Eine verbesserte Anfärbbarkeit und Pillingresistenz wird durch chemische Modifikationen (Copolymere) erreicht.

Handelsnamen (Beispiele): Diolen®, Dacron®, Comfo-rel®, Quallofil®, Trevira®, Trevira® CS, Tergal®.

Einsatz: Gardinen, Haustextilien, Möbel- und Dekostoffe, Tep-pichböden etc.

- PES-Filamentgarn glatt Wegen der hervorragenden Laufeigenschaften spez. für den Einsatz auf schnelllaufenden Wirkmaschinen geeignet, wobei eine Vielfalt von Garntypen im Hinblick auf Titer, Filamentzahl, Filamentquerschnitt, Mattierung und Glanz zur Verfügung steht. Diese Garne kommen sowohl in gedrehter als auch in unge-drehter Form, spez. im Gardinen-Bereich zum Einsatz. - PES-Filament-texturiert Durch das Texturieren erhalten Filamentgarne ein hohes Garnvolumen und eine gute Deckkraft sowie einen weichen Griff; sie haben ein geringes Gewicht. Texturierung hpts. nach dem Falschdrahtverfahren. Einsatz: u.a. im Gardinenbereich. - PES-Spinnfaser Mit Abstand die bedeutendste Chemiefaser für den Einsatz in nahezu allen Bereichen der Spinnfaserver-arbeitung. Einsatz u.a. bei Dekorationsstoffen (Thermodruck), Strukturgardinen, Polstermöbelstoffen sowie in vielen Garnmischungen, spez. im Bereich der Hauswäsche. - PES-Teppichfaser Die Brillanz der Farben, der weiche, wollige Charakter, ein schimmernder Lüster und hohe Bauschkraft machen die Faser vor allen Dingen geeignet für den Einsatz bei hochflorigen Teppichbodenqualitäten im mittleren Beanspruchungsbereich sowie für abgepaßte Teppiche. Verwendet wird die Faser auch für rustikale Möbelvelours. Faserprüfungen: a) Brennprobe: Die Fasern sind schwer entzündbar, brennen dann jedoch brodelnd wie Polyacrylfasern un-ter Abgabe von Ruß. b) Chemisches Verhalten: Gute Beständigkeit gegenüber anorganischen kalten Säuren, heiße Säuren zerstö-ren die Fasern. Konzentrierte kalte und verdünnte heiße Laugen greifen die Faser an. Besondere Empfindlichkeit gegenüber Ammoniak. Unempfindlich gegenüber Waschlaugen.

Chemiefasern Fasertypen Polypropylenfasern (PP)

Gruppe synthetischer Chemiefasern, die nach verschiedenen Polymerisationsverfahren aus Polypropylenen mit isotaktischem Aufbau (isotaktisch = regelmäßig, gleichseitig) durch Schmelzspinnverfahren hergestellt werden. TKG: Bez. für Fasern aus linearen, gesättigten aliphatischen Kohlenwasserstoffen, in denen jeder zweite Kohlenstoff eine Methylgruppe in isotaktischer Anordnung trägt, ohne weitere Substitution. Neben Polyesterfasern gehören PP-Fasern heute weltweit zu den am stärksten expandierenden synthetischen Fasern. Ausspinnung zu Filamentgarnen, Spinnfasern, Monofilen, Folienbändchen und Spinnvliesen.

Eigenschaften: Extrem niedrige Feuchtigkeitsaufnahme, leichter als Wasser und die leichteste aller gegenwärtig am Markt befindlichen Fasern, geringe Dichte (0,91g/ccbm), schwer anfärbbar (gute Färbungen sind nur durch Spinnfärbung zu erzielen), beständig gegen Säuren, Basen und Lösungsmittel, empfindlich gegen UV-Licht, unverrottbar, geringe statische Aufladung. Bei einem niedrigen Schmelzpunkt von ca. 175 Grad C sind PP-Fa-sern schwer entflammbar. Handelsnamen (Beispiele): Herculon®, Meraklon®, Typar®. Einsatz: Möbel- und Dekostoffe, Nadelfilz, Tuf-tings, outdoor-Beläge (Kunstrasen), Trägermaterial (Teppichgrundgewebe) etc. Faserprüfungen: a) Brennprobe: Die Fasern brennen nicht, sondern schmelzen. b) Chemisches Verhalten: Gute Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen.

Chemiefasern Fasertypen Spezialfasern Anorganische Fasern

• Glasfasern (Kurzzeichen GF)

Aus alkalifreiem Spezialglas im Schmelzspinnverfahren durch Düsen abgezogen, lieferbar als Filamentgarne, Spinnfasern oder Rovings (ungedrehte Stränge oder Bänder). Glasfasern besitzen eine hohe Dichte, sind nicht brennbar und unentflammbar. Die Feuchtigkeitsaufnahme ist sehr gering, daher auch keine Farbaffinität. Deshalb sind zur Erzielung von Färbungen und Drucken besondere Verfahren erforderlich. Stoffe aus Glasfasern zeichnen sich aus durch eine sehr hohe, von der Feinheit abhängige Zugfestigkeit und Elastizität bei allerdings geringer Dehnung, eine äußerst geringe Scheuerbeständigkeit sowie eine hohe Schall- und Wärmedämmung. Sie sind gut waschbar, einlauffest, lichtecht, chemikalienresistent und verrottungsbeständig. Chlorhaltige Bleichmittel greifen die Ausrüstung an.

Einsatz: für Gardinen, Wandbespannungen sowie Bodenbeläge. Haupteinsatzgebiete sind jedoch glasfaserverstärkte Kunststoffe.

• Metallfasern (Kurzzeichen MTF) Feine, aus Stahl, Nickellegierung oder Aluminium gezogene Filamente, die textil verarbeitet werden können. Einsatz im techn. Bereich (z.B. Reifencord) sowie als Beimischung in Mehrkomponentengarnen für den Teppichbodenbereich zur Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit und damit permanenten Antistatik. - Lahn Aus Gold, Silber oder legiertem Edelmetall flach ausgewalzter Metalldraht allein oder als Leonisches Ge-spinst zur Verarbeitung in Dekorationsbändern sowie zur Anfertigung von Brokat- und Metallgeweben. - Leonische Gespinste Metallische Umspinnungszwirne, bei denen ein feinst ausgesponnener Metalldraht zur Festigkeitserhöhung um einen Seelenfaden aus Baumwolle, Seide oder Chemiefasern in dichten Windungen herumgeführt wird.

Chemiefasern Fasertypen Spezialfasern Eigenschaften

Antibakterielle Fasern In Japan entwickelte Polyesterfasern mit permanent bakteriziden und sehr guten desodorierenden hitze- und waschbeständigen Eigenschaften durch Einlagerung eines Wirkstoffes auf der Basis von Zeolith mit gleichzeitiger Anlagerung eines antibakteriellen Metallions in das Polymer. Diese Fasern sind unempfindlich gegen Fäulnis, Verrottung und Pilzbefall; besonders wichtig für Textilien, die im Pflegebereich eingesetzt werden, wie z.B. Matratzen, Wolldecken, Badezimmerteppiche etc

Antimikrobielle Fasern Fasern mit fest eingelagerten Wirkstoffen, die das Wachstum der verschiedenen Mikroorganismen verhindern. Besonders wichtig für Textilien, die im Objektbereich eingesetzt werden (Markisen, Planen, Zelte, Krankenhaustextilien etc.).

Chemiefasern Fasertypen Synthetische Fasern

Trotz einer Fülle von Handelsnamen verschiedener Chemiefaser-Produzenten gibt es für den Einsatz im Heimtextilien- und Bekleidungsmarkt lediglich vier Arten von synthetischen Chemiefasern, die mengenmäßig eine wichtige Bedeutung haben: Polyacryl, Polyamid, Polyester und Polypropylen mit verschiedenen Modifikationen. Darüber hinaus wurden durch physikalische und chemische Modifikationen eine Vielzahl von Spezialfasern entwickelt.

Chemiefasern Fasertypen Zellulosische Chemiefasern

• Acetat (Kurzzeichen CA) Aus Acetylcellulose nach dem Trockenspinnverfahren hergestellte cellulosische Chemiefasern. Lieferformen: Filamentgarne und Spinnfasern. • Eigenschaften: Mattschimmernder Glanz, fülliger Griff, weniger knitternd und geringere Feuchtigkeitsaufnahme als Viskose, geringe elektrische Leitfähigkeit, thermoplastisch ab 170 Grad, unempfindlich gegen Mottenfraß und Pilzbefall. Eine höhere Marktbedeutung haben heute die chemisch stark veränderten Triacetatfasern (CTA) mit • Handelsnamen wie: Arnel®, Tricel® etc • Einsatz: Dekostoffe, Samte etc.

• Viskosefasern (Kurzzeichen CV) Nach dem Viskoseverfahren hergestellte cellulosische Chemiefasern. • Lieferformen: Filamentgarne und Spinn-fasern. • Eigenschaften: Weicher Griff, sehr gute Feuchtigkeitsaufnahme, geringere Naßfestigkeit als Baumwolle, sehr gute Anfärbbarkeit, stark säureempfindlich und leicht entflammbar. • Handelsnamen (Beispiele): Enka® Viskose als Filament sowie Danufil® als Spinnfaser. • Einsatz: u.a. Möbel- und Dekosstoffe, Steppdeckenbezüge, Matratzendrelle, Bänder, Tischdecken.

• Modal (Kurzzeichen CMD) Zellulosische Chemiefasern, hergestellt nach einem modifizierten Viskose-Spinnverfahren mit erheblich ver-besserten Gebrauchseigenschaften. Unterschieden werden die HWM-Type (Hochnaßmodulfasern), die eine höhere Bruchdehnung und Querfestigkeit aufweist, sowie die Polynosicfaser mit besonders hoher Alkalibe-ständigkeit, die ein Mercerisieren zusammen mit Baumwolle erlaubt. • Handelsnamen (Beispiele): Avril®, Enka®, Lenzing-Modal®, Vincel®. • Eigenschaften: Wie Viskose, aber mit höherer Naßfestigkeit als Baumwolle. Einsatz: u.a. Bettwäsche etc.

• Lyocell (Kurzzeichen CLY) Gattungs- sowie Markenname (Lenzing Lyocell®) für cellulosische Fasern, die nach einer neuen Technologie mittels des neuen, ungiftigen Lösemittels NMMO-Monohydrat (N-Methylmorpholin-N-Oxide) im Direktlöseverfahren hergestellt werden. Das Verfahren zeichnet sich durch eine hervorragende Umweltverträglichkeit aus, da das Lösemittel fast voll (99,7%) wieder in den Kreislauf zurückgeführt und darüber hinaus biologisch abgebaut werden kann.

• Lieferformen: Spinnfasern und Filamentgarne (New Cell von Akzo). • Eigenschaften: Sehr gutes Wärmerückhaltevermögen, gute Laugenbeständigkeit, daher gut waschbar, Feuchtigkeitsaufnahmevermögen gegenüber Viskose und Modal leicht geringer, höhere Trocken- und Nassfestigkeit, sehr gute Anfärbbarkeit, hohe Farbbrillanz und Farbtiefe, geringe elektrostatische Aufladung. • Handelsnamen (Beispiele): Lenzing Lyocell®, Tencel®.

Chemiefasern Generationen

Chemiefasern werden entsprechend ihrer Entwicklung auch wie folgt nach Generationen geordnet:

Chemiefasern Herstellung Faserquerschnitte

Chemiefasern aus synthetischen Polymeren können die verschiedensten Querschnittsformen aufweisen, welche ein Charakteristikum des jeweils angewandten Produktionsverfahrens sind. In der Regel werden im Naß- oder Trockenspinnverfahren die Filamente aus runden Spinndüsenlöchern ersponnen, wobei während der Verfestigung der Faserquerschnitt unterschiedliche Formen annimmt, z.B. bohnen- oder nierenförmig, gezackt etc. Änderungen der ursprünglichen Formen sind später durch Veredlungsprozesse zu erreichen. Beim Schmelzspinnen ist es möglich, den Faserquerschnitt gezielt durch Einsatz verschiedener Profilspinndüsen zu modifizieren, z.B. dreieckig, dreilappig oder sternförmig, wodurch die Fasern eine strukturierte und im Verhältnis zum Volumen stark vergrößerte Oberfläche erhalten. Diese Profilfasern weisen z.B. in Bezug auf Glanz, Farbwirkung, Elastizität und Griff erheblich verbesserte Eigenschaften auf.

Durch den Einsatz speziell geformter Düsen oder im Inneren der Faser eingesponnene Hohlräume mit Lufteinschluß entstehen die sogen. Hohlfasern. Spez. eingesetztes Verfahren bei PES-, PA- und PAN-Fasern für bestimmte Funktionen als Füllfaser, Antisoilingfaser, Absorbicfaser, Antistaticfaser (Kohlenstoff-Faser mit einem Hohlraum). Zu unterscheiden sind Konstruktionen mit einem bis zu sieben Hohlräumen für unterschiedliche Einsatzbereiche.

Chemiefasern Herstellung Faserquerschnitte

DuPont de Nemours , Östringen 1 • Faser mit rundem Querschnitt 2 • Faser mit Mattierung Der Glanz wird gemildert. Verschmutzungen werden bis zu einem gewissen Grad kaschiert 3 • Faser mit trilobalem Querschnitt, Diese Faserform verbessert das Aussehens und kaschiert den Schmutz (z.B. bei Teppichen) bis zu einem gewissen Grad 4 • Faser mit quadratischem Querschnitt Die Faser mit quadratischem Querschnitt, abgerundeten Ecken und vier Hohlräumen bietet bes. für Teppichböden Pflegeleichtigkeit und hohe Verschleißfestigkeit und ist damit besonders für den Einsatz im Objektbereich geeignet. Als 4-Loch-Hohlfaser mit rundem Querschnitt, bei hohem Lufteinschluss und hervorragender Federkraft und Haltbarkeit kommt sie besonders als Füllfaser für Kissen, Steppdecken, Schlafsäcke, Matratzen und Möbel zumEinsatz.

Chemiefasern Herstellung Fasertypen

• Borsten (Chemieborsten) Bezeichnung für grob geschnittene Monofile aus Polyamid, Polyester oder Polyethylen etc. mit einem Titer von 360 bis 1100 dtex. Die gegenüber Naturborsten erheblich festeren Chemieborsten sind fäulnis- und chemikalienbeständig und werden vorwiegend eingesetzt für Besen, Bürsten, Pinsel und Gittergewebe etc. • Grobfasern Chemiefasern mit einem Titer von 30 bis 400 dtex, die aufgrund ihrer hohen Dimensionsstabilität und Gleichmäßigkeit sowie der hohen Verrottungsbeständigkeit gegenüber Naturfasern erhebliche Vorteile aufweisen und u.a. für Fußbodenbeläge, Untergewebe für Tufting-Teppiche, für Nadelfilz, Polvlies und vor allem als Basismaterial für neue Technologien eingesetzt werden. • Normalfasern Standard-Chemiefasern mit einem Titer von 6,7 bis 30,0 dtex. • Feinfasern Spinnfasern, die bezogen auf Feinheit und Kräuselung den Anforderungen der 3- und 4-Zylinderspinnerei (Baumwollspinnerei) entsprechen. Die Feinheit liegt zwischen 1,7 und 6,7 dtex. • Feinstfasern Sogen. High-tech-Fasern, die vor allem für exakt definierte Zwecke eingesetzt werden. Die Feinheit liegt zwischen 1,0 und 1,7 dtex. • Mikrofasern Chemiefasern, die dem Bereich der Feinstfasern zuzuordnen sind. Bei der extrem hohen Ausspinnung ist die Herstellung der Faser äußerst schwierig; der Feinheitsbereich liegt im Bereich von 0,1 bis 1,0 dtex. • Super-Mikrofasern Feinst ausgesponnene Chemiefasern, in der Regel auf Basis Polyamid bzw. Polyester, mit außergewöhnlich feinem Einzeltiter, daher werden sie auch als Super-Mikrofasern bezeichnet. Hierbei werden Faserfeinheiten von 0,1 bis zu 0,001 dtex erzielt. • Bikomponenten-Fasern Aus zwei unterschiedlichen Polymeren aufgebaute Fasern, z.B. Kern/Mantel oder side-by-side, die fest miteinander verbunden, aber trennbar sind. Aus der Kombination der Komponenten erhalten sie ihr spezielles Eigenschaftsbild, wie z.B. Kräuselung oder eine antistatische Eigenschaft. • Matrixfaser Aus zwei oder mehreren Polymeren bestehend, die in Längsrichtung in unterschiedlicher Form, z.B. sternförmiger Kern und ausgefüllte Dreiecke, angeordnet sind. Auf chemischem oder physikalischem Weg (Thermobehandlung) werden die Komponenten voneinander gelöst. Durch diesen Vorgang wird es möglich, einen verhältnismäßig groben Faden zu spinnen, der nach der Ausrüstung ein feinfibrilliertes Garn ergibt. • Matrix/Fibrillentype Bikomponentenfasern, die aus einer Matrix (Stützgerüst) mit darin eingebetteten Fibrillen bestehen. Nach dem Spinnen wird die Matrix abgelöst und die ultrafeinen Fibrillen (< 0,1 dtex), die in dieser Feinheit ohne Matrix als Stützgerüst nicht darzustellen sind, abgetrennt. Einsatz: u.a. für Mikrofaser-Vliesstoffe etc.

Chemiefasern Herstellung Feinheitsbereiche

Die Maßeinheit zur Bestimmung der Feinheit von Chemiefasern ist Titer, der in tex oder dtex angegeben wird, wobei zwischen Einzeltiter und Gesamttiter zu unterscheiden ist. • tex Das seit 1967 international verbindliche tex-System ist ein Gewichtsnummerierungssystem und bezeichnet das Gewicht in Gramm auf 1.000 m Lauflänge (1 g = 1000 m). Es dient zur Feinheitsbezeichnung textiler Fasern, Garne, Zwirne etc. Je höher die tex-Zahl, desto gröber ist das Garn. • dtex Feine Filamentgarne und Spinnfasern werden auch mit der Bezeichnung decitex ausgewiesen. (Kurzzeichen = dtex). Hierbei bezieht sich das Gewicht eines Endlosgarnes in Gramm auf 10.000 m Lauflänge (1 g = 10.000 m). Je höher die dtex-Zahl, desto gröber ist das Filament. In der Praxis erfolgen die Angaben für Chemiefasern überwiegend in dtex. Die Einordnung der Feinheit von Chemiefasern kann wie folgt vorgenommen werden, wobei die Angaben pro Einzeltiter stehen. Die Unterteilung im Feinst- und Mikrofaserbereich ist nicht genormt; die vorgenommene Definition dient der Abgrenzung und stellt keine Wertigkeit dar. Chemiefasern Herstellung Feinheitsbereich

Chemiefasern Herstellung Filamente

Filament ist die internationale Bezeichnung für eine aus einer Einzelfaser bestehende endlose Chemiefaser, ein sogen. Monofil (auch als Draht bezeichnet). Aus mehreren Filamenten bestehende Garne, entsprechend der Anzahl der Löcher in der Spinndüse, werden als Filamentgarne bezeichnet, oder im Gegensatz zu dem aus einem Filament bestehenden Monofilgarn als sogen. Multifilgarn (Def. nach DIN 60 900 Teil 1). Zu unterscheiden sind u.a.: - glattes Filamentgarn ohne Kräuselung - verwirbeltes Filamentgarn - texturiertes Filamentgarn mit Kräuselung (Def. in DIN 60 900 Teil 5)

Chemiefasern Herstellung Nachbehandlung

Die Eigenschaften der Chemiefasern werden sehr stark von den jeweiligen Herstellungs- und Nachbehand-lungsbedingungen bestimmt. Je nach Spinnverfahren und Material erfolgen verschiedene Nachbehandlungspro-zesse, wie z.B. Waschen, Bleichen, Entschwefeln, Trocknen, Fixieren, Verwirbeln etc., wobei hervorzuheben ist, daß viele Eigenschaften, welche Naturfasern nur durch Veredlung bekommen, in Chemiefasern durch Einlagerung bestimmter Wirkstoffe in die Spinnmasse bereits fest eingebaut sind, wodurch der Aufwand an Ausrü-stung vermindert wird. Wirkungs-vollere Veredlungschemikalien ermöglichen darüber hinaus eine Reduzierung der Einsatzmengen dieser Stoffe.

Chemiefasern Herstellung Naßspinnen

Bei diesem Verfahren wird der in Spinnlösung überführte Rohstoff durch Düsen in ein Fällbad gepreßt, in dem sich die Filamente verfestigen. Nach dem Verstrecken wird das Spinngut naß aufgespult. Naß gespon-nen werden Viskose- und Triacetat-Fasern, bestimmte Acrylfasern einschließlich Modacryl. Durch die Entwicklung spezieller Fasertypen mit hoher Temperaturbeständigkeit und Schwerentflammbarkeit gewinnt dieses Verfahren wieder zunehmend an Bedeutung.

Chemiefasern Herstellung Schmelzspinnen

Verfahren für Synthesefasern, deren Ausgangsstoffe bei hohen Temperaturen unter Luftausschluß geschmol-zen werden (vorwiegend Polyamide, Polyester und Polypropylen). Die so gewonnene Spinnmasse wird durch Spinndüsen gepreßt und zu Filamenten verformt, die sich nach Austritt aus der Düse durch Abkühlung an der Luft verfestigen. Die wesentlichen textilen Eigenschaften erhält der Faden erst durch das anschließende Verstrecken. Dies ist der wichtigste Vorgang der textilen Aufarbeitung, wobei der rohe, bereits feste Faden um ein Mehrfaches seiner Länge (ca. 3-5fach) ausgezogen wird (siehe Abbildung).

Chemiefasern Herstellung Spezialaufmachungen

• Kabel Chemiefaser, die als endlos und drehungslos zusammengeführtes Faserband aus Tausenden von Einzelfilamenten besteht. Weiterverarbeitung durch Reißen oder Schneiden zur Herstellung von Spinnband, das direkt zu Garnen versponnen werden kann. • Monofil Einfädiges Filamentgarn, das aus Einlochdüsen ersponnen wird. Der Durchmesser liegt zwischen 0,05-0,2 mm. Gröbere Monofile werden auch als Draht bezeichnet. • Flock Sehr kurze, nicht zum Verspinnen vorgesehene geschnittene Filamente. Die Stapellänge beträgt zwischen 0,2-5 mm. Speziell eingesetzt für die elektrostatische Beflockung textiler Flächengebilde. Durch Auflagerung dieser losen Faserflocken auf einen Trägerfaden entsteht z.B. Chenille-Garn, das sowohl in der Weberei als auch auf Raschelstühlen als Schußgarn verwendet wird und eine hohe Scheuerfestigkeit besitzt. • Bändchen Aus Formdüsen gesponnene oder überwiegend aus Kunststoff-Folien geschnittene, dünne endlose Streifen, die vor allem für Teppichträgergewebe, Seile, Säcke und Netze eingesetzt werden. Man unterscheidet je nach im Herstellungsprozeß enthaltenen Spezialbehandlungen fibrillierte, flache, gefaltete, gespleißte, profilierte, getemperte, texturierte, geschäumte und geschliffene Bändchen.

Chemiefasern Herstellung Spinnfasern

Längenbegrenzte Chemiefasern, die ebenso wie natürliche Fasern zu Spinnfasergarnen versponnen werden. Unversponnen werden diese Fasern zu Vliesstoffen oder Filz verarbeitet und sind bei entsprechender Konstruktion auch als Füllfasern geeignet.

Chemiefasern Herstellung Spinnverfahren

Chemiefasern werden auf chemisch-physikalischem Wege, der sogen. Primärspinnerei nach folgenden drei grundsätzlich unterschiedlichen Verfahren zu Filamenten (Endlosfäden) ausgesponnen: Generell ist es möglich, durch Farbstoffzugabe zur Spinnlösung bzw. Spinnschmelze bereits gefärbte Filamente aus den Spinndüsen abzuziehen. Die gefärbt ausgesponnenen Fasern sind im Farbausfall absolut gleichmäßig, reproduzierbar sowie besonders wasch- und lichtecht (auch als production dyed bezeichnet). Da sich Polypropylenfasern schwer anfärben lassen, wird hier vorwiegend die Spinnfärbung eingesetzt. Wirtschaftlich und ökologisch vorteilhaft ist dieses Verfahren besonders bei großen Farbpartien durch die Vermeidung von Abwasserproblemen in der Färberei, so daß es zunehmend auch für Polyamide und Polyester an Bedeutung gewinnt.

Chemiefasern Herstellung Texturierung

Durch eine faserspezifische Veredlung, die sogen. Texturierung, werden die textilen Eigenschaften der Filamente verbessert. Bei der Texturierung erhalten die ursprünglich glatten Filamente unter Ausnutzung ihrer thermoplastischen Eigenschaften durch mechanisch-thermische, chemisch-thermische oder mechanische Verfahren ein größeres Volumen, eine höhere Elastizität und Dehnbarkeit, gesteigerte Bauschkraft, erhöhtes Wärmerückhaltevermögen durch höheren Lufteinschluß, hohe Luftdurchlässigkeit, ein höheres Feuchtigkeitsaufnahmevermögen duch Verteilung der Wassertropfen in den Kräuselbögen der texturierten Fasern bzw. in den Hohlräumen der Fasern (bei Hohlfasern). Zu unterscheiden sind folgende Verfahren (siehe auch Abbildung) • mechanisches Verfahren Blasgarn (Kalte Luftdruck-Texturierung) • mechanisch-thermische Verfahren Falschdrallgarn, Kantenkräuselgarn, Stauchkräuselgarn, Strickfixiergarn, Zahnradkräuselgarn • chemisch-thermisches Verfahren Multikomponentengarn Unterschieden werden texturierte Garne als HE-Garne (hoch-elastisch), Set-Garne (normale Dehnung und Elastizität), Bauschgarn (voluminös ohne Elastizität). Für viele Anwendungsbereiche (z.B. für den Einsatz im Teppichbodenbereich) werden texturierte Garne bereits als Endprodukt der Chemiefaserindustrie angeboten. Zum Schutz der einzelnen Filamente und der Verhinderung des Flusens durch das Aufschieben verletzter Kapillarfäden ist es für die Weiterverarbeitung der Filamentgarne häufig erforderlich, eine zusätzliche Drehung (sogen. Schutzdrall) aufzubringen. Durch die Entwicklung neuer Technologien ist es möglich, diesen Vorgang bereits in den Spinnprozeß oder die Texturierung zu integrieren. Vielfach kann durch den Einsatz verwirbelter Filamentgarne die Behandlung mit Schlichtemitteln vermieden werden, wodurch das spätere Auswaschen dieser Mittel erspart und somit das Abwasserproblem vermindert wird.

Chemiefasern Herstellung Trockenspinnen

Bei diesem Verfahren wird die in flüchtigen Lösungsmitteln gelöste Spinnmasse über eine Spinndüse in einen vorsichtig mit warmer Luft beheizten Spinnschacht gedrückt. Das Verfestigen der Filamente geschieht durch Verdampfen des Lösungsmittels, das anschließend durch Kondensation und Filtern zu fast 100% wiedergewonnen werden kann. Angewandt bei Acetat und verschiedenen Acrylfasern.

Chemiefasern Herstellung Verspinnung

Chemie-Spinnfasern werden überwiegend rein oder in Mischung nach folgenden Spinnverfahren zu Garnen ausgesponnen: 1. Baumwollspinnerei, (3-Zylinderspinnerei) 2. Kammgarnspinnerei 3. Streichgarnspinnerei 4. Teppichgarnspinnerei u.a.

Chemiefasern Rohstoffe Anorganische Stoffe

Von den aus anorganischen Stoffen industriell hergestellten Fasern haben für den Bereich der Raumausstattung vor allem Glas und Metall Bedeutung. • Textil-Glasfasern Diese Fasern werden aus alkalifreiem Spezialglas gewonnen. Das wichtigste Herstellungsverfahren für Textil-Glasfasern ist das Düsenziehverfahren, wobei das geschmolzene Glas mit hoher Geschwindigkeit als Endlosfaden aus Düsen, die sich am Boden eines Platin-Schmelzbehälters befinden, abgezogen wird. Textil-Glasfasern zeichnen sich aus durch eine sehr hohe, von der Feinheit abhängige Zugfestigkeit und Elastizität bei allerdings geringer Dehnung. Sie sind nicht brennbar, einlauffest, hitzebeständig, lichtecht, chemikalienresistent und verrottungsbeständig. Vor allem eingesetzt für Gardinen und Vorhangsstoffe (Inbetweens) im Objektbereich. • Metallfasern Feine Metallfilamente werden aus Aluminiumoxid, Nickellegierungen oder aus Stahl hergestellt und vor allem für technische Gewebe oder als Beimischung in Mehrkomponentengarnen zur Erhöhung der elektrischen Leitfähig-keit bei Bodenbelägen eingesetzt. Darüber hinaus werden metallische Umspinnungszwirne für leonische Gespin-ste verwendet, bei denen ein feinst ausgesponnener Metalldraht zur Festigkeitserhöhung um einen Seelenfaden aus Baumwolle, Seide oder Chemiefasern in dichten Windungen herumgeführt wird.

Chemiefasern Rohstoffe Natürliche Polymere

Zellulose ist der natürliche Baustoff, den Pflanzen zur Bildung ihrer Zellwände benötigen. Der Hauptbestandteil des Pflanzenkörpers kommt fast rein (zu 95%) in der Baumwolle vor, in anderen Vorkommen ist die Z. mit anderen Stof-fen verbunden, von welchen sie auf chemischem Wege abgetrennt werden muß. Im Chemiefaserbereich werden als Rohstoff überwiegend Kiefern- und Fichtenholz, Baumwoll-Linters und das Holz verschiedener Laubbäume, insb. der Buche oder Pappel verwendet. Neben Holz wird auch aus Getreide- und Maisstroh, Flachs- und Hanfabfällen sowie aus Schilf Zellulose gewonnen. Die im Holz enthaltene Zellulose wird nach verschiedenen sauren und alkalischen Verfahren abgetrennt, der Ligninanteil bis auf 2,5% reduziert; anschließend wird gebleicht. In der Zellstoffindustrie erfolgte die Bleiche bisher unter Verwendung von umweltschädigendem Chlor. Moderne Anlagen sind auf das Sauerstoff-Bleichverfahren um-gestellt, wodurch die Gesamt-Emissionen gegenüber alten Anlagen um die Hälfte reduziert werden. Zellulosische Chemiefasern werden seit Ende des 19. Jhs. industriell hergestellt und waren die ersten und lange Zeit auch die einzigen Chemiefasern. Ihre Herstellung erfolgt durch Umwandlung der Zellulose (Regeneration) in spinnfähige Flüssigkeit nach verschiedenen Verfahren, jedoch stets unter Verwendung von Zellulose in Form hochwertiger, gebleichter Zellstoffe. Zu nennen sind das Acetat-, das Kupferoxid-Ammoniak- sowie das Viskose-Verfahren, wobei letzteres die größte Bedeutung besitzt. Aufgrund zusätzlicher chemischer Modifizierungen der Fasern be-finden sich zahllose Produkte mit unterschiedlichen Fasereigenschaften im Markt; zu nennen sind: Acetat, Cupro, Modal, Polynosic, Triacetat etc.

Chemiefasern Rohstoffe Polyaddition

Verfahren zur Herstellung von verspinnbarem Material, bei dem sich Einzelmoleküle zu einem Makromolekül (Riesenmolekül) ohne Abfall von Nebenprodukten aneinander reihen (DIN 7728). Je nach den verwendeten Ausgangsstoffen erhält man lineare oder vernetzt aufgebaute Makromoleküle. Man unterscheidet: • Lineare Polyurethane:Elastanfaser (EL) • Vernetzte Polyurethane: Schaumstoffe, Spinnverfahren Chemiefasern, Primärspinnerei, Polyurethan.

Chemiefasern Rohstoffe Polykondensation

Aus mehreren, meist artverschiedenen Molekülen wird durch Polykondensation ein Kettenmolekül gebildet, wobei Nebenprodukte, wie z.B. Wasser oder Alkohol, abgespalten werden (DIN 7728). Produkte: Polyester (PES, z.B. Trevira®), Polyamid (PA 6.6, z.B. Nylon).

Chemiefasern Rohstoffe Polymerisation

Hierbei verbinden sich viele einheitliche, ungesättigte Moleküle zu einem Großmolekül, wobei keinerlei Ne-benprodukte entstehen. Das physikalische und chemische Verhalten der Kettenmoleküle läßt die Ausspinnung von Chemiefasern zu. Einordnung nach DIN 7728. Produkte: Polypropylen (PP, Gruppe der Polyolefine), Polyvinylchlorid (CLF für Chlorofasern), Polyacrylnitril (PAN, z.B. Dralon®).

Chemiefasern Rohstoffe Synthetische Polymere

Die Spinnlösung für diese Gruppe der Chemiefasern wird künstlich (synthetisch) hergestellt, wobei die Einzelmoleküle der Ausgangsstoffe (meist auf Erdöl- oder Erdgasbasis) durch Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition miteinander verknüpft werden. Im weiteren Sinne wird der Begriff Polymerisation auch als Oberbegriff verwendet, der Polykondensation oder Polyaddition mit einschließt.

Chemiefasern Sonstiges Gesetzliche Kennzeichnung

Das deutsche Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) ist den Textilkennzeichnungsrichtlinien der Europäischen Gemeinschaft angepaßt. Es ist für Industrie, Handel und Verbraucher verbindlich und regelt in Bestimmungen die Rohstoffgehaltsangabe der Textilerzeugnisse. Ziel des Gesetzes ist es, den Verbraucher beim Kauf von Textilien darüber zu informieren, aus welchen textilen Rohstoffen ein Erzeugnis besteht. Es schreibt die Bezeichnung der verschiedenen Faserarten vor, gibt deren Gewichtsanteile an und verpflichtet zur Rohstoffgehaltsangabe bei Teppichen und Möbelbezugstoffen. In §8 des Gesetzes wird die Auszeichnung zusammengesetzter Erzeugnisse geregelt. (Neufassung des Textilkennzeichnungsgesetzes vom 14. August 1986 BGBl. I, S. 1285. Quelle: Brebeck, Kommentar zum Textilkennzeichnungsgesetz, Deutscher Fachverlag GmbH Frankfurt/Main, 1987).

Chemiefasern Sonstiges Interessenverband

Die Interessen der Deutschen Chemiefaserindustrie werden in den Bereichen Wirtschaftspolitik, Technik und Öffentlichkeitsarbeit von der Industrievereinigung Chemiefasern e.V.B. (IVC), Frankfurt wahrgenommen. Zur Aufgabe des Verbandes gehören die Information der Verbraucher über das gesamte Gebiet der Chemiefasern, die Information der weiterverarbeitenden Industrie (hier der Heim-, Haus- und Polstermöbel-Industrie), des Gewerbes (Raumausstatter) und des Handels.

Chemiefasern Sonstiges Kurzzeichen

Kurzzeichen werden verwendet, um im internationalen Schriftverkehr und in der Textgestaltung zu einer einheitlichen Kennzeichnung von Textilfasern zu kommen. In der DIN 60 001, Teil 4, Textile Faserstoffe, Kurzzeichen wurde im August 1991 eine neue Fassung veröffentlicht. Eine Folgeausgabe war erforderlich, weil neben der Norm ein weiteres EDV-Schlüsselsystem existierte, was teilweise zu Verwirrungen in der Anwendung führte. Kurzzeichen Grundlage für die angegebenen Kurzzeichen sind neben der BISFA Vereinbarung die in den Normen DIN 60 001 Teil 3 Textile Faserstoffe; Chemiefasern benannten Faserarten.

Chemiefasern Sonstiges Signet

Chemiefasern Sonstiges Signet IVC - Industrievereinigung Chemiefasern, Frankfurt am Main Die Chemiefaserindustrie hat zur Darstellung von Markenprodukten ein Signet herausgegeben, das dem Verbraucher die tatsächliche Marktbedeutung dieses Industriezweiges und seiner Produkte zeigen soll. IVC.

Decken Plaids Chemiefasern PAN

Die Vorzüge der Polyacryl-Faser (PAN) für den Einsatz im Deckenbereich gründen auf folgenden Eigenschaften: • leicht (niedriges spez. Gewicht) • weich (durch Einsatz feiner Titer) • warm (hohe Bauschkraft der PAN-Faser) • brillant leuchtende Farben • pflegeleicht • formbeständig • luftdurchlässig

Decken Plaids Chemiefasern PES

Im Objektbereich werden Decken aus Polyester-Fasern (PES) bevorzugt eingesetzt, weil sie (bis 95 Grad Celsius) kochfest sind. Die Formstabilität wird dadurch nicht beeinträchtigt. Diese Decken sind ferner nach BSG desinfizier- und sterilisierbar. Einsatz: u.a. im Krankenhausbereich.

Faserstoffe Chemiefasern

Gattungsname für die auf chemischem Wege industriell hergestellten Spinnfasern und Filamentgarne aus: • natürlichen Polymeren, • synthetischen Polymeren und • anorganischen Stoffen.

Faserstoffe Chemiefasern Polyacrylfasern

Gruppe synthetischer Chemiefasern, deren Basis ein synthetisches Polymer mit mindestens 85% Acrylnitril ist, das durch Polymerisation gewonnen wird. Die Ausspinnung erfolgt im Naß- oder Trocken-Spinnverfahren zu Filamenten, Spinnfasern und Kabeln. Eigenschaften: Leicht, hohe Bauschkraft, weich und warm, extrem licht- und wetterbeständig, filzfrei, läuft nicht ein, geringe Neigung zu Pilling und Knitterbildung, mottenecht, leuchtende Farben, pflegeleicht, schnell trocknend, gute Beständigkeit gegenüber Säuren oder Laugen. Handelsnamen (Beispiele): Acrilan®, Courtelle®, Dolan®, Dralon®. Einsatz: Decken, Möbel- und Deko-stoffe, Teppiche, Markisen etc. Faserprüfungen: • Brennprobe: Die Fasern brennen brodelnd wie Acetat, Seide oder Wolle. • Chemisches Verhalten: Gute Beständigkeit gegenüber Säuren und Laugen.

Faserstoffe Chemiefasern Polyamidfasern

Gruppe synthetischer Chemiefasern, die chemisch unterschiedlich aufgebaut und eingeordnet werden und in ihren Eigenschaften nicht identisch sind. TKG: Bez. für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette eine Wiederholung der funktionellen Amidgruppen aufweist.

Die größte wirtschaftliche Bedeutung erlangten bisher:

Polyamid 6:

Hergestellt über eine Ringöffnungsreaktion durch Polyaddition und Polykondensation aus Ca-prolactam (Perlon), sowie

Polyamid 6.6:

Hergestellt durch Polykondensation aus AH-Salz Adipinsäure und Hexamethylendiamin, auch als Nylon-Salz bezeichnet (Nylon).

Die Ausspinnung erfolgt nach dem Schmelzspinnverfahren zu Filamentgarnen, Spinnfasern, Kabeln, Flock und Folien. Eigenschaften: Pflegeleicht, sehr hohe Reiß-, Scheuer- und Biegefestigkeit, sehr strapazierfähig, universelle Anfärbbarkeit, sehr elastisch, formbeständig, knitterarm, schnell trocknend, empfindlich gegen trockene Hitze. Die Neigung zu elektrostatischer Aufladung wird durch modifizierte Typen vermindert.

Handelsnamen (Beispiele): PA 6: Perlon®, Dorix®, Enka-Nylon®, Enkalon®, Zefran®. PA 6.6: Antron®, Enka-Nylon® etc. (Nylon als Gattungsbegriff ist kein gesetzlich geschützter Markenname).

Einsatz im Filamantbereich: Als Multifil mit ca. 80% Marktanteil als BCF-Garn für den Teppichbodenbereich sowie für Gardinen etc., als Monofil für Nähseide, Drähte, Seile etc.

Einsatz im Faserbereich: Als Garne, meist in Mischung mit anderen Fasern, im Bereich der Möbel- und Dekorationsstoffe sowie für Teppichböden u.a.

• PA-Filamentgarn Multifile Endlosgarne kommen sowohl im Teppichboden- als auch in anderen Bereichen z.T. in Form von Spezialtypen zum Einsatz (Bikomponenten-, Profilfasern etc.). • PA-BCF-Teppichgarn Dieses Material liegt im Verbrauch weit an der Spitze aller Teppichfasern. Eigenschaften: hohe Verschleißfestigkeit, gutes Wiedererholvermögen, geringe Anschmutzbarkeit, problemlose Anfärbbarkeit (differential-dyeing). Heute werden BCF-Garne überwiegend als Intermingled-Garne geliefert. Bei diesem Verfahren werden die einzelnen Filamente durch Luft oder Dampf bei hohem Druck miteinander verwir-belt (intermingled), wodurch die Textur- und Farbverteilung im Garn so verändert wird, daß durch unter-schiedliche Anfärbung, unterschiedlichen Glanz etc. völlig neuartige Garne entstehen. • PA-Spinnfaser Wegen der guten Abriebfestigkeit in 100% oder als Zumischung zur Wolle im Objektbereich. Strapazier-fähig, hohe Bauschkraft, leichte Anfärbbarkeit (differential-dyeing), gute Lichtechtheit und gute Pflegeeigenschaften. Im Schnittpol- und Schlingenflorbereich eingesetzt. Faserprüfungen: • Brennprobe: Die Fasern brennen nicht, sie schmelzen. • Chemisches Verhalten: Empfindlich gegen verdünnte organische Säuren, anorganische Säuren schädigen die Faser, konzentrierte Säuren lösen die Faser auf.

Faserstoffe Chemiefasern Polyesterfasern

Gruppe synthetischer Chemiefasern; durch Polykondensation aus Terephthalsäure und dem Ester eines Ethylenglykols (Terylene-Typ) oder Dimethylolcyclohexan (Vestan-Typ) im Schmelzspinnverfahren hergestellt. TKG: Bezeichnung für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette zu mindestens 85 Gewichtsprozent aus dem Ester eines Diols mit Terephtalsäure besteht. Heute die mit Abstand größte Synthesefaser-Gruppe. Ausspinnung zu Filamentgarnen, Spinnfasern, Kabeln, Füllfasern, Monofilen und Spinnvliesen.

Lieferformen: Filamente (glatt oder texturiert), Filamenteffektgarne oder -zwirne, Spinnfasern (hpts. in Mi-schung mit Baumwolle, Wolle, Viskose im Verhältnis 70/30, 65/35, 55/45 und 50/50).

Eigenschaften: Pflegeleicht, gute Formbeständigkeit, läuft nicht ein, strapazierfähig, hohe Knitterfestigkeit, hohe Lichtbestän-digkeit, elastisch, schnell trocknend, geringe Feuchtigkeitsaufnahme, mottenecht, verrottungsbeständig, beständig gegen organische und mineralische Säuren. Eine verbesserte Anfärbbarkeit und Pillingresistenz wird durch chemische Modifikationen (Copolymere) erreicht.

Handelsnamen (Beispiele): Diolen®, Dacron®, Comfo-rel®, Quallofil®, Trevira®, Trevira® CS, Tergal®.

Einsatz: Gardinen, Haustextilien, Möbel- und Dekostoffe, Tep-pichböden etc. - PES-Filamentgarn glatt Wegen der hervorragenden Laufeigenschaften spez. für den Einsatz auf schnelllaufenden Wirkmaschinen geeignet, wobei eine Vielfalt von Garntypen im Hinblick auf Titer, Filamentzahl, Filamentquerschnitt, Mattierung und Glanz zur Verfügung steht. Diese Garne kommen sowohl in gedrehter als auch in unge-drehter Form, spez. im Gardinen-Bereich zum Einsatz. - PES-Filament-texturiert Durch das Texturieren erhalten Filamentgarne ein hohes Garnvolumen und eine gute Deckkraft sowie einen weichen Griff; sie haben ein geringes Gewicht. Texturierung hpts. nach dem Falschdrahtverfahren. Einsatz: u.a. im Gardinenbereich. - PES-Spinnfaser Mit Abstand die bedeutendste Chemiefaser für den Einsatz in nahezu allen Bereichen der Spinnfaserver-arbeitung. Einsatz u.a. bei Dekorationsstoffen (Thermodruck), Strukturgardinen, Polstermöbelstoffen sowie in vielen Garnmischungen, spez. im Bereich der Hauswäsche. - PES-Teppichfaser Die Brillanz der Farben, der weiche, wollige Charakter, ein schimmernder Lüster und hohe Bauschkraft machen die Faser vor allen Dingen geeignet für den Einsatz bei hochflorigen Teppichbodenqualitäten im mittleren Beanspruchungsbereich sowie für abgepaßte Teppiche. Verwendet wird die Faser auch für rustikale Möbelvelours. Faserprüfungen: a) Brennprobe: Die Fasern sind schwer entzündbar, brennen dann jedoch brodelnd wie Polyacrylfasern un-ter Abgabe von Ruß. b) Chemisches Verhalten: Gute Beständigkeit gegenüber anorganischen kalten Säuren, heiße Säuren zerstö-ren die Fasern. Konzentrierte kalte und verdünnte heiße Laugen greifen die Faser an. Besondere Empfindlichkeit gegenüber Ammoniak. Unempfindlich gegenüber Waschlaugen. Chemiefasern werden mit unterschiedlichen Querschnittsformen geliefert. Das Spektrum reicht von rund über mehrlappig, dreieckig, sternchenförmig bis zu bändchenförmig. Die verschiedenartigen Querschnitte haben entscheidenden Einfluß auf die Eigenschaften der daraus hergestellten Textilien. Als Beispiel sind folgende Formen dargestellt: Von links nach rechts: • Lochfaser • Faser mit trilobalem Querschnitt, • Rundfaser.

Faserstoffe Chemiefasern Sonstige

Als weitere Gruppen im Bereich der Chemiefasern aus synthetischen Polymeren sind u.a. zu nennen: • Elasto (Elastanfasern), • Polyolefine (Polypropylen) • Polychlorid (Polyvinychlorid).

Faserstoffe Chemiefasern Zellulosefasern

• Acetat (Kurzzeichen CA) Aus Acetylzcellulose nach dem Trockenspinnverfahren hergestellte cellulosische Chemiefasern. Lieferformen: Filamentgarne und Spinnfasern. Eigenschaften: Mattschimmernder Glanz, fülliger Griff, weniger knitternd und ge-ringere Feuchtigkeitsaufnahme als Viskose, geringe elektrische Leitfähigkeit, thermoplastisch ab 170 Grad C, unempfindlich gegen Mottenfraß und Pilzbefall. Eine höhere Marktbedeutung haben heute die chemisch stark veränderten Triacetatfasern (CTA). Handelsnamen (Beispiele): Arnel®, Tricel®. Einsatz: Dekostoffe, Samte etc. • Viskosefasern (Kurzzeichen CV) Nach dem Viskoseverfahren hergestellte cellulosische Chemiefasern. Lieferformen: Filamentgarne und Spinnfasern. Eigenschaften: Weicher Griff, sehr gute Feuchtigkeitsaufnahme, geringere Naßfestigkeit als Baumwolle, sehr gute Anfärbbarkeit, stark säureempfindlich und leicht entflammbar. Handelsnamen (Beispiele): Enka® Viskose als Filament sowie Danufil® als Spinnfaser. Einsatz: u.a. Möbel- und Dekosstoffe, Steppdeckenbezüge, Matratzendrelle, Bänder, Tischdecken. • Modal (Kurzzeichen CMD) Zellulosische Chemiefasern, hergestellt nach einem modifizierten Viskose-Spinnverfahren mit erheblich ver-besserten Gebrauchseigenschaften. Unterschieden werden die HWM-Type (Hochnaßmodulfasern), die eine höhere Bruchdehnung und Querfestigkeit aufweist, sowie die Polynosicfaser mit besonders hoher Alkalibe-ständigkeit, die ein Mercerisieren zusammen mit Baumwolle erlaubt. Handelsnamen (Beispiele): Avril®, Enka®, Lenzing-Modal®, Vincel®. Eigenschaften: Wie Viskose, aber mit höherer Naßfestigkeit als Baumwolle. Einsatz: u.a. Bettwäsche etc. • Lyocell (Kurzzeichen CLY) Zellulosische Chemiefasern, die nach einer neuen Technologie mittels des neuen, ungiftigen Lösungsmittels NMMO-Monohydrat (N-Methylmorpholin N-Oxid) im Direktlöseverfahren hergestellt werden. Das Verfahren zeichnet sich durch eine hervorragende Umweltverträglichkeit aus, da das Lösungsmittel fast voll (99,7%) wieder in den Kreislauf zurückgeführt und darüber hinaus biologisch abgebaut werden kann. Lieferformen: Filamentgarne und Spinnfasern. Eigenschaften: Gutes Wärmerückhaltevermögen, gute Laugenbeständigkeit, daher gut waschbar, Feuchtigkeitsaufnahmevermögen gegenüber Viskose und Modal etwas geringer, gute Trocken- und Naßfestigkeit, sehr gute Anfärbbarkeit, hohe Farbbrillanz und Farbtiefe, geringe antistatische Aufladung. Handelsname (Beispiele): Lenzing Lyocell®, Tencel®.

Möbelstoffkunde Materialeinsatz Chemiefasern Natürliche Polymere

Zellulose ist der natürliche Baustoff, den Pflanzen zur Bildung ihrer Zellwände benötigen. Der Hauptbestandteil des Pflanzenkörpers kommt fast rein (zu 95%) in der Baumwolle vor, in anderen Vorkommen ist die Zellulose mit anderen Stoffen verbunden, von welchen sie auf chemischem Wege abgetrennt werden muss. Im Chemiefaserbereich werden als Rohstoff überwiegend Kiefern- und Fichtenholz, Baumwoll-Linters und das Holz verschiedener Laubbäume, insb. der Buche oder Pappel verwendet. Neben Holz wird auch aus Getreide- und Maisstroh, Flachs- und Hanfabfällen sowie aus Schilf Zellulose gewonnen. Die im Holz enthaltene Zellulose wird nach verschiedenen sauren und alkalischen Verfahren abgetrennt, der Ligninanteil bis auf 2,5% reduziert; anschließend wird gebleicht. In der Zellstoffindustrie erfolgte die Bleiche bisher unter Verwendung von umweltschädigendem Chlor. Moderne Anlagen sind auf das Sauerstoff-Bleichverfahren umgestellt, wodurch die Gesamt-Emissionen gegenüber alten Anlagen um die Hälfte reduziert werden. Zellulosische Chemiefasern werden seit Ende des 19. Jhs. industriell hergestellt und waren die ersten und lange Zeit auch die einzigen Chemiefasern. Ihre Herstellung erfolgt durch Umwandlung der Zellulose (Regeneration) in spinnfähige Flüssigkeit nach verschiedenen Verfahren, jedoch stets unter Verwendung von Zellulose in Form hochwertiger, gebleichter Zellstoffe. Zu nennen sind das Acetat-, das Kupferoxid-Ammoniak- sowie das Viskose-Verfahren, wobei letzteres die größte Bedeutung besitzt. Aufgrund zusätzlicher chemischer Modifizierungen der Fasern befinden sich zahllose Produkte mit unterschiedlichen Fasereigenschaften im Markt; wie z.B. Acetat, Cupro, Modal, Polynosic, Triacetat etc. Acetat (CA) Aus acetonlöslichem Zelluloseacetat im Trockenspinnverfahren hergestellte Chemiefasern. Eigenschaften: mattschimmernder Glanz, weicher Griff, weniger knitternd und geringere Feuchtigkeitsaufnahme als Viskose. Cupro (CC) Regenerierte Zellulosefasern, die nach dem Kupferoxyd-Ammoniak-Verfahren hergestellt werden. Ausspinnung: Nassspinnverfahren. Eigenschaften: Seidenähnlich, feinfädig. Werden in Deutschland nicht mehr hergestellt. Modal (CMD) Modifizierte Viskosefasern mit erheblich verbesserten Gebrauchseigenschaften. Unterschieden werden die HWM-Type, die eine höhere Bruchdehnung und Querfestigkeit aufweist, sowie die Polynosicfaser mit besonders hoher Alkalibeständigkeit, die ein Mercerisieren zusammen mit Baumwolle erlaubt. Eigenschaften wie Viskose, aber mit höherer Nassfestigkeit als Baumwolle. Polynosic-Fasern Aus regenerierter Zellulose hergestellte modifizierte Viskosefasern mit höherem Polymerisationsgrad, die nach dem Textilkennzeichnungsgesetz zur Gruppe der Modalfasern gehören. Eigenschaften dieser Spezialviskosefasern: Geringeres Quellvermögen, geringe Dehnbarkeit, hohe Alkalibeständigkeit und Festigkeit. Viskose (CV) Nach dem Viskoseverfahren im Nassspinnverfahren hergestellte Zellulosefasern. Eigenschaften: weicher Griff, sehr gute Feuchtigkeitsaufnahme, geringere Nassfestigkeit als Baumwolle. Einsatz im Möbelstoffbereich in Mischung mit anderen Fasern (z.B. 30% Viskose / 30% Baumwolle / 40% Polyacrylfasern PAN), um spezielle Effekte zu erzielen. Beispiel: Glanz-Effektgarn für Möbelbrokate. Im Flachgewebebereich erfolgt die Verarbeitung spez. für Stoffe in Konsumpreislagen.

Möbelstoffkunde Materialeinsatz Chemiefasern Synthetische Polymere

Die Spinnlösung für diese Gruppe der Chemiefasern wird künstlich (synthetisch) hergestellt, wobei die Einzelmoleküle der Ausgangsstoffe (meist auf Erdöl- oder Erdgasbasis) durch Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition miteinander verknüpft werden. Im weiteren Sinne wird der Begriff Polymerisation auch als Oberbegriff verwendet, der Polykondensation oder Polyaddition mit einschließt. Polyacrylfasern PAN Chemiefasern, die zu mindestens 85% aus Acrylnitril bestehen. Eigenschaften: Leicht, hohe Bauschkraft, weich und warm, licht- und wetterbeständig, filzfrei, einlaufsicher, mottenecht, leuchtende Farben, pflegeleicht, schnell trocknend. Die PAN-Spinnfasern sind wegen ihrer permanenten Kräuselung der Wolle sehr ähnlich, die Reiß- und Scheuerfestigkeit der Wolle wird jedoch deutlich übertroffen. Sie besitzen ein gutes Wiedererholvermögen bei ausgezeichneter Wärmeisolierung. Der weiche Griff verleiht den Stoffen besondere Eleganz. Wegen der geringen Feuchtigkeitsaufnahme relativ geringe Verschmutzung, jedoch nicht so verschleißfest wie Polyamidfasern. Polyamidfasern PA Chemiefasern, die nach dem Schmelzspinnverfahren gefertigt werden. Als Garne meist in Mischung mit anderen Fasern im Bereich der Möbel- und Dekorationsstoffe sowie für Teppichböden u.a. Eigenschaften: pflegeleicht, sehr hohe Reiß-, Scheuer- und Biegefestigkeit, sehr strapazierfähig, universelle Anfärbbarkeit, sehr elastisch, formbeständig, knitterarm, schnell trocknend, empfindlich gegen trockene Hitze. Polychloridfasern Vorwiegend im Trockenpinnverfahren hergestellte Chemiefasern. Hierzu gehören: Polyvinylidenchlorid- und Polyvinylchloridfasern (Bez. PVC-Faser). Eigenschaften: schwer brennbar, extrem verrottungsfest. Einsatz hauptsächlich im Objektbereich für Wandbekleidung sowie Gartenmöbelstoffe. Polyesterfasern PES Nach dem Schmelzspinnverfahren hergestellte Gruppe von Chemiefasern. Mit Abstand die bedeutendsten Chemiefasern für den Einsatz in nahezu allen Bereichen der Spinnfaserverarbeitung. Eigenschaften: pflegeleicht, gute Formbeständigkeit, nicht einlaufend, strapazierfähig, hohe Knitterfestigkeit, hohe Lichtbeständigkeit, elastisch, schnell trocknend, geringe Feuchtigkeitsaufnahme, mottenecht, verrottungs-, licht- und säurebeständig. • Zusatzeigenschaften Neben den klassischen Fasertypen werden von der Chemiefaserindustrie noch Spezialtypen angeboten, die besondere Problemlösungen ermöglichen, wie z.B. pillarme Fasertypen für den Möbelstoffbereich, die durch chemische Modifizierung des Polymeren (Polyester, Polyacrylnitril) bzw. durch Verwendung von Spinnrohstoffen mit niedrigem Molekulargewicht hergestellt werden. Spez. für den Objektbereich werden schwerentflammbare Bezugstoffe gefordert. Ohne auf den gewünschten Warenkomfort zu verzichten, werden den Fasern durch den Einbau eines phosphorhaltigen Comonomers in die Kette des Polymergerüstes eine permanente Schwerentflammbarkeit verliehen. Diese Anforderung erfüllt u.a. die Chemiefaser Trevira® CS. Stoffe aus diesem Material besitzen ein generelles Prüfzertifikat nach der Baunorm DIN 4102 B1.

Polyurethan (PUR) Chemiefasern

Kunststoff, der in den 30er Jahren von Otto Bayer, Leverkusen, entwickelt wurde. Er entsteht durch Polyaddition von Isocyanaten mit Polyolen. Dabei wird zwischen linearen und vernetzten Polyurethanen unterschieden. Stoffe auf der Grundlage von P. sind im Bereich der Chemiefaserindustrie als Elastanfasern und im Bereich der Polstermöbelindustrie als PUR-Weich-Schaumstoffe anzutreffen; sie werden auch bei der Herstellung von Kunstleder und Mikrofaser Vliesstoffen, Lacken, Klebstoffen, Textilbeschichtungen etc. verwendet. Chemiefasern Basis: Lineare Polyurethanmoleküle ergeben elastomere Produkte, die im Trockenspinnverfahren zu Elastanfasern ausgesponnen werden. Eigenschaften: hochelastisch. Einsatz: meist in Verbindung mit anderen Textilfasern für alle elastischen Gewebe und Gewirke Coregarn. Artikel: Elastanfasern, Lycra®, Dorlastan® etc. Kurzzeichen: EL nach DIN 60 001 Teil 4.

Schlaf und Bett Ausstattung Füllmaterial Chemiefasern

Hochwertige Chemiefaserfüllungen sind von Daunenfüllungen kaum zu unterscheiden, jedoch wesentlich preisgünstiger. Polyesterfasern nehmen die Transpirationsfeuchtigkeit nicht auf, diese entweicht mit der überschüssigen Körperwärme durch das Bett in die Zimmerluft. Deshalb ist bei Füllungen aus Chemiefasern darauf zu achten, dass die Fasern locker und bauschig sind, damit sich kein Wärme- und Feuchtestau bilden kann. Je nach Konstruktion und Beschaffenheit sind Chemiefaserfüllungen zwischen 40 Grad und 95 Grad C waschbar. Weitere Eigenschaften: • schleuder- und tumblerfest • leicht und wärmespeichernd • staub- und flusenfrei (antiallergisch) • gute Luftzirkulation

Steppbetten Materialeinsatz Füllmaterial Chemiefasern

Chemiefasern (Hohl-, Voll- u. PES-Hochbausch-Fasern, PUR-Stäbchen u.a.) Hochwertige Chemiefaserfüllungen sind von Daunenfüllungen kaum zu unterscheiden, jedoch wesentlich preisgünstiger. Polyesterfasern nehmen die Transpirationsfeuchtigkeit nicht auf, diese entweicht mit der überschüssigen Körperwärme durch das Bett in die Zimmerluft. Deshalb ist bei Füllungen aus Chemiefasern darauf zu achten, dass die Fasern locker und bauschig sind, damit sich kein Wärme- und Feuchtestau bilden kann. Je nach Konstruktion und Beschaffenheit sind Chemiefaserfüllungen zwischen 40 Grad und 95 Grad C waschbar. Weitere Eigenschaften: • schleuder- und tumblerfest • leicht und wärmespeichernd • staub- und flusenfrei (antiallergisch) • gute Luftzirkulation Hohlfasern Eine für den Einsatz im Füllmaterialbereich entwickelte Spezialfaser, die in ihrem Faserkern eine bzw. vier Hohlkammern besitzt. Hieraus ergeben sich folgende Eigenschaften: • hohes Bauschvolumen (15% höher als bei Vollfasern) • weich, leicht • guter Feuchtetransport • gute Luftzirkulation • antiallergisch (staubt und flust nicht) • vollwaschbar sowie z.T. kochbar (z.B. Kodel 211) PES-Bauschfasern Bez. für eine Vollfaser mit intensiver Kräuselung, die eine hohe Bauschkraft aufweist. Die hieraus hergestellten Füllungen sind wärmend, anschmiegsam und weich, z.B. Aerelle®, Trevira®-Fill etc. Sonstige Comforell® sind winzige, luftige, leichte, weiche und staubfreie Bällchen aus einer speziellen Polyesterfaser (Dacron), die sich vorzüglich für Kissen eignen. Hoher Schlafkomfort, ab 40 bis 60 Grad C unter Beachtung der Pflegehinweise in der Waschmaschine waschbar. Vollfasern PES-Endlosfasern werden spez. bei Hausstaub-Allergien eingesetzt. Sie sind waschbar, staubfrei, antibakteriell sowie anschmiegsam und atmungsaktiv; sie besitzen kein Loch im Faserkern. Vollfaser. Gegensatz: Hohlfasern.

Zellulosische Chemiefasern

Zellulosische Chemiefasern werden seit Ende des 19. Jhs. industriell hergestellt und waren die ersten und lange Zeit auch die einzigen Chemiefasern. Ihre Herstellung erfolgt durch Umwandlung der Zellulose (Regeneration) in spinnfähige Flüssigkeit nach verschiedenen Verfahren, jedoch stets unter Verwendung von Zellulose in Form hochwertiger, gebleichter Zellstoffe. Zu nennen sind das Acetat-, das Kupferoxid-Ammoniak- sowie das Viskose-Spinnverfahren, wobei letzteres die größte Bedeutung besitzt. Aufgrund zusätzlicher chemischer Modifizierungen der Fasern befinden sich zahllose Produkte mit unterschiedlichen Fasereigenschaften im Markt; zu nennen sind: Acetat (CA) Aus acetonlöslichem Zelluloseacetat im Trockenspinnverfahren hergestellte Chemiefasern. Eigenschaften: mattschimmernder Glanz, weicher Griff, weniger knitternd und geringere Feuchtigkeitsaufnahme als Viskose. Cupro (CC) Regenerierte Zellulosefasern, die nach dem Kupferoxyd-Ammoniak-Verfahren hergestellt werden. Ausspinnung: Nassspinnverfahren. Eigenschaften: Seidenähnlich, feinfädig. Werden in Deutschland nicht mehr hergestellt. Modal (CMD) Modifizierte Viskosefasern mit erheblich verbesserten Gebrauchseigenschaften. Unterschieden werden die HWM-Type, die eine höhere Bruchdehnung und Querfestigkeit aufweist, sowie die Polynosicfaser mit besonders hoher Alkalibeständigkeit, die ein Mercerisieren zusammen mit Baumwolle erlaubt. Eigenschaften wie Viskose, aber mit höherer Nassfestigkeit als Baumwolle. Polynosic-Fasern Aus regenerierter Zellulose hergestellte modifizierte Viskosefasern mit höherem Polymerisationsgrad, die nach dem Textilkennzeichnungsgesetz zur Gruppe der Modalfasern gehören. Eigenschaften dieser Spezialviskosefasern: Geringeres Quellvermögen, geringe Dehnbarkeit, hohe Alkalibeständigkeit und Festigkeit. Viskose (CV) Nach dem Viskoseverfahren im Nassspinnverfahren hergestellte Zellulosefasern. Eigenschaften: weicher Griff, sehr gute Feuchtigkeitsaufnahme, geringere Nassfestigkeit als Baumwolle. Einsatz im Möbelstoffbereich in Mischung mit anderen Fasern (z.B. 30% Viskose / 30% Baumwolle / 40% Polyacrylfasern PAN), um spezielle Effekte zu erzielen. Beispiel: Glanz-Effektgarn für Möbelbrokate. Im Flachgewebebereich erfolgt die Verarbeitung spez. für Stoffe in Konsumpreislagen. Zellulose.
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