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Moderner Wohnstil

Modern wohnen scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein. Denn natürlich bedient man sich im aktuellen Möbel-Angebot und das ist ja wohl nicht von vorgestern!? Aber da beginnen bereits die Missverständnisse. Wenn Ihr einmal genau auf das Angebot der Möbelhäuser schaut, so werdet Ihr schnell feststellen, dass es DIE moderne Einrichtung nicht wirklich gibt. Nur ein Teil der Möbel verdient wirklich diesen Titel, denn die große Mehrheit der Ausstellungsstücke wirkt eher traditionell als avantgardistisch. In dem großen Mix der Stile nehmen sich moderne Möbel, die man auch echt als solche empfindet, eher rar aus. Was tun? Gibt es moderne Möbel nur in Designerläden?

Keine Panik, natürlich ist modern einrichten auch ohne großen Geldbeutel möglich. Es kommt nur darauf an, die richtigen Stücke und Module zu kombinieren. Das liegt bereits im Wesen der modernen Möbel begründet. Sie sind funktionalistisch, minimalistisch und schmucklos.

Ihre Eleganz ergibt sich aus der Ableitung der Form aus der Funktion und der hochwertigen Verarbeitung.

Den Stil bringt Ihr selbst in Eure moderne Wohnwelt. Denn die Möbel sind auf Grund ihrer funktionalen Ausrichtung und zurückhaltenden Eleganz offen für Kombinationsmöglichkeiten aller Art. Dabei gibt es zwei Richtungen: Ihr reduziert den Stil weiter in Richtung Purismus oder Ihr ergänzt die Grundeinrichtung mit einem anderen Stil. Denn der Mix macht den modernen Einrichtungsstil, und den könnt Ihr individuell bestimmen. Keine Vorgabe außer dem persönlichen Geschmack – das ist modern. Allerdings sollte immer der rote Faden erkennbar sein.

Purismus

Die Reduktion auf das Wesentliche ist natürlich auch eine Form des Individualismus. Begonnen hat diese Entwicklung mit dem Bauhaus, das mit den Schnörkeln der Vergangenheit brauch und das Motto ausbrauchte: „Die Form folgt der Funktion“. Der puristischen Gestaltung der Möbel folgte in den USA der 1940er Jahre der Schritt in die puristische Einrichtung, auch Loftstyle genannt. Denn mit dem massenweisen Ausgliedern alter Fabriken und Produktionsanlagen entstanden riesige Räume für die individuelle Nutzung, die sich natürlich nur mit einer angemessenen spartanischen Orientierung adäquat einrichten ließen. Diese Entwicklung setzte sich in den 50er bis 70er Jahren auch in Europa fort. Denn der industrielle Fortschritt benötigte nach dem Zweiten Weltkrieg eine viel umfassendere Logistik, die mit den alten Industriebauten nicht mehr zu machen war. Seitdem wird fröhlich Besitz ergriffen von ungenutzten Industrie-Altbauten und mittlerweile ist das Ambiente zum neuen Chic geworden – die Hamburger HafenCity ist der beste Beweis dafür. Ein Hauch von Loft schafft Ihr Euch mit einer sparsamen Ausstattung Eures Zimmers mit puristischen Möbeln.

Ökologisch und nachhaltig

Modern ist natürlich auch eine Geisteshaltung, die bewusst ökologische Aspekte in der eigenen Wohnwelt umsetzt. Das so genannte „Green Living“ bevorzugt Baustoffe, Möbel und Wohnaccessoires aus nachwachsenden Rohstoffen und frei von schädlichen Chemikalien sein. Nachhaltigkeit ist ein Aspekt, der sich erst in letzteer Zeit herausgebildet hat. Er bedeutet, dass sich Systeme aus sich selbst regenerieren können. In der Praxis der Möbelindustrie heißt das, ressourcenschonend zu produzieren und die Entsorgung der Möbel mit in den Wirtschaftskreislauf einzubeziehen. So können Abfall und CO2-Ausstoß minimiert werden. Der ökologische Einrichtungsstil orientiert sich am "Lifestyle of Health and Sustainability", was nicht nur Gesundheit dient, sondern natürlich auch ein entsprechendes Konsumverhalten beinhaltet – bis hin zum „fair trade“, wenn es um Rohstoffe aus den Entwicklungsländern geht. Auch die Wiederverwendung von Möbeln ist ein ökologischer Aspekt – aber den bedienen auch andere Wohnstile.

Stilmix

Die verbreitetste Art des modernen Wohnen ist der Stilmix. Die Regeln früherer Generationen gelten nicht mehr. Erlaubt ist, was gefällt. Um die Möbel im heutigen Stil lassen sich alle Stilarten gruppieren. Ihr könnt in einem Raum sogar aus unterschiedlichen Stilen „zitieren“.

Kompakt vollziehen das bereits der Vintage Look und der Shabby Chic, die jede Form von Möbeln und Wohnaccessoires einbeziehen, die nur irgendwie anders sind als der perfekte Styling. Das habt Ihr schon mit Eurer Grundeinrichtung – nun kann nach Lust und Laune dazu kombiniert werden. Möbel und Accessoires mit kleinen Schönheitsflecken und schon leicht abgenutzt? Wunderbar, nichts passt letztendlich besser zu den eigenen Jeans, die ebenfalls schon „uesd“ produziert aus dem Klamottenladen kommen. Alles hat eine Geschichte.

Die andere Seite dieser Einstellung ist die Wertschätzung ethnischer Muster und für Handgemachtes. Der Ethno-Stil ist eine Alternative zu den herkömmlichen Massenprodukten. Folkloristische Elemente werten den modernen Einrichtungsstil mit ganz einfachen Mitteln auf. Die können durchaus auch selbst produziert sein. Retro mit Neonfarben und stilisierten Ornamente ist eine andere Stil-Komponente. Das Beste ist, der eigenen Intention zu folgen, vorsichtig zu experimentieren und passende Formen und Farben zu wählen. Dann klappt es auch mit dem Stilmix.

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