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Shabby Chic

Shabby Chic ist ein Wohnstil, der Eurem alten zerzausten Teddybär und allem, was sich so im Lauf der Zeit an praktischen oder weniger nützlichen Dingen angesammelt hat, wieder einen Sinn gibt. Diese Sinngebung ist sogar ein richtiger Trend, der sich seit 20 Jahren von Großbritannien über die USA in die ganze Welt ausgebreitet hat. Alte abgeschabte Möbel, Flohmarkt-Stück und nostalgische Accessoires bilden die Hauptzutaten. Der Trick besteht darin, diese verblichenen Zeugnisse früherer Tage mit den modernen Möbeln von heute zu kombinieren. Altes, Neues und Kurioses kann ein höchst originelles Wohnumfeld bilden.

„Shabby“ bedeutet eigentlich „schäbig“, aber dass diese Sachen in geschickter Verwendung genau das nicht sind, war (und ist) die ursprüngliche Botschaft von Shabby Chic. Im Thatcher-England der 80er Jahre wurde der pompöse viktorianische Einrichtungsstil wieder en vogue, und der Shabby Chic stellte die genaue Gegenbewegung dar. Er karikierte die großbürgerliche Einstellung so schön, dass er selbst zum Kult wurde. Den Namen für den Trend hat die englische Stylistin Rachel Ashwell erfunden, die mittlerweile international über mehrere Shabby-Chic-Labels verfügt. Eine ihrer Firmen stellt sogar scheinbar abgenutzte Möbel her, so wie es auch bei Jeans üblich ist.

Wichtig für Shabby Chic sind alle Stücke, deren ursprüngliche Eleganz noch unter einer dichten Patina oder trotz etlicher Abschleifungsspuren erkennbar geblieben ist. Stilepoche oder Alter sind egal, Kitsch oder Kunst spielt keine Rolle, Preise und Marken sollten möglichst vergessen sein. Das Wesentliche ist, durch die Kombination mehrerer Utensilien eine räumliche Gestaltung herbeizuführen, die nostalgische Gemütlichkeit erzeugt und dabei echten Charme entfaltet. Dabei geht es nicht grell und bunt, sondern gedeckt und verhalten zu.

Einrichtung

Typische Shabby-Chic-Elemente sind alte Küchenmöbel, auffallend unmoderne Schirmleuchten, Toile-de-Jouy-Tapeten, Kronleuchter, geraffte und bestickte Kissenbezüge sowie alles vom Flohmarkt.

Unverkennbar ist die feminine Note des Shabby Chic. Der liebliche Charakter stellt sich mit einigen wertvollen Accessoires, edlen Materialien oder antiken Möbeln her. Die weiteren Möbel brauchen nur von den Relationen her zu passen, können aber gern über natürliche oder künstlich herbeigeführte Gebrauchsspuren verfügen. Gern genommen werden auch abgeplatzer Lack, grobes Holz und traditionelle Textilmuster längst vergangener Tage. Dazu kommen die passenden Möbel aus der Jetzt-Zeit.

Die Farben des Shabby Chic sind zart und matt. Pastelltöne, Rosé, Türkis, Violett, Himmelblau und Gelb halten die Coloration in ganz engen Grenzen. Deswegen lassen sich die entsprechenden Stücke auch gut mit allen modernen Grau- und Weißtönen verbinden. Schwarz wäre schon wieder zu heftig, Beige und Altweiß sind die idealen Farben für Shabby Chic. Schimmern dürfen die Accessoires allerdings – das hilft der Eleganz auf die Sprünge. Einige Highlights sind auch im Shabby Chic erlaubt: Silberne Kerzenhalter, Kristallleuchter oder glänzende Pailletten sind ebenso ein „Muss“ wie die tyoische Blumenwelt des Trends. Dazu gehören in jedem Falle Flieder und Pfingstrosen - wenn schon nicht live im Zimmer, dann wenigstens als Motiv auf den Tapeten oder wo immer sich Blüten, Ranken und florales Dekor abbilden lassen. Ein Teppich ist Pflicht, besser sind natürlich mehrere. Die Ornamentik darf ruhig ein wenig durcheinander gehen.

Alle Materialien müssen unbedingt benutzt wirken. Extreme Wirkung entfalten z.B. gekalktes Holz oder rissiges Leder. Natürlich werden diese Elemente nur dekorativ verwendet, denn wohnlich und nett soll es schon sein. Deswegen werden weiche oder glänzende Stoffe wie Wolle, Samt oder Seide für Sitz- und Liegemöbel bevorzugt. Wo es an Produkten fehlt, darf auch Selbstgemachtes eingesetzt werden. Gediegene Handwerkskunst, wie sie sich in Spitzen, mundgeblasenem Glas, oder deutlich erkennbar manuell gefertigter Keramik äußert, gehört ebenfalls in diesen Reigen der Erinnerung. Dann liegt es an Euch, mit modernen Accessoires und Möbeln die Kontrapunkte zu setzen.

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